Der Turm der Schwarzen Flammen

Mehr als ein halbes Jahr ist ins Land gezogen, seit Kruun hier zuletzt von seinen Abenteuern, an denen weitere Mitstreiter nicht ganz unbeteiligt gewesen sein mögen, berichtete. Haben wir seither nicht mehr gespielt? Doch, einmal vor fast einem halben Jahr. Damals wurden wir mit dem Turm immer noch nicht fertig. Darum dachte ich: Ich warte den einen Monat ab und dann schreibe ich es in einem Rutsch fertig. Danach kamen einige Dinge dazwischen. Unter anderem ein paar sehr schöne Abende, die wir im Zeichen Cthulhus im Amerika der 20er Jahre verbrachten. Darüber kann man sich nun wirklich nicht beklagen, doch als jetzt endlich wieder BoL auf dem Programm stand, war es nicht leicht die Details der letzten Runde aus den hinteren Windungen unserer Gehirne zusammenzukratzen. Zumal unsere Notizen unzureichend waren. Allen voran meine. Ich versuche Besserung zu geloben, oder so. Ich denke aber es ist und ganz gut gelungen die Geschichte abermals vor unseren geistigen Augen wachzurufen.

Was ich jedoch ganz bewusst vergesse, ist die Rahmenhandlung von Kruuns letzter Erzählung. Den namenlosen Barden, der von Pellem Pharn erzählen möchte und anstatt eine der Geschichten Kruuns aufgeschwatzt bekommt. Stattdessen möchte ich die Erzählung in die gestern begonnenen Erlebnisse in Halakh einbetten. Doch wo waren wir überhaupt stehen geblieben? Richtig, wir hatten gerade begonnen das Inventar des Turmes zu zerlegen. Ein paar Krieger aus lebendem Stein mussten daran glauben. Dann fanden wir die Schatzkammer und… Das Essen war fertig und der inzwischen vergessene Barde musste warten. Aber genug davon, denn dies hier ist die Geschichte von:

Kruun im Turm der Schwarzen Flamme (Teil II)

Sie sind wirklich süß und prall, diese Früchte aus eurem Garten. Und ich spreche nicht nur von den Feigen – kaum zu glauben, dass sie an solche einem alten Baum wachsen. Soll ich euch auch welche pflücken? Aber gerne doch. Ja, der ‚Garten der Verbotenen Früchte‘. Alles ist so viel köstlicher, wenn es verboten ist. Doch wer von wirklich verbotenen Früchten kostet, muss oft einen allzu hohen Preis bezahlen. Nicht nur ein paar Goldmünzen, wie für euch Kalina und Surena, meine Schönen. Ich weiß von was ich spreche…

Was, ich soll erst die andere Gesichte fertig erzählen? Die vom Magierturm? Also da waren wir nun in der Schatzkammer angelangt. Dort hat Ka’ani auch die goldene Rüstung gefunden, die euch nicht entgangen sein dürfte. Eine Rüstung, die sie so lieb gewonnen hat, dass sie sich nicht mehr von ihr trennen mag. Und sei es nur für eine Stunde. Auch ich nahm mir den Anteil, der mir zustand, und keine Münze mehr. Ihr kennt mich, ich bin ein ehrlicher Mann und der letzte, der sich die wertvollsten Juwelen heraussuchen würde, während die anderen abgelenkt sind. So viel war es eh nicht, wenn man bedenkt, dass es sich um den Turm des großen Thuzu Thun handelte. Gerade genug, um ein paar schöne Tage mit euch zu verbringen…

Während Iphedimeir damit beschäftigt war Bücher zu lesen – es gab verdammt viele Bücher dort – haben wir schon mal das alchimistische Labor aufgeräumt. Dabei ist uns wohl ein kleines Missgeschick unterlaufen. Es ist mir zu peinlich, um genauer darauf einzugehen. Nein, stellt keine Fragen. Nur so viel sei verraten: Es ist nun relativ lebensgefährlich den Turm zu betreten. Wirklich nicht mehr zu empfehlen.

Auch der Lageraum im Erdgeschoss hielt absonderliche Überraschungen bereit. Naja, nicht der Raum selbst, sondern der Keller, der durch eine Luke im Boden zu erreichen war, die wir vor lauter Gerümpel fast übersehen hätten. Dort gab es eine Sphäre, die in andersweltlichen Farben schillerte. Ein Gebilde, das ganz offensichtlich nicht in unsere Realität gehört. Ein Portal in andere Dimensionen. Doch wer dumm genug ist, es zu durchschreiten, lässt seinen Verstand – wie wenig er davon auch besitzen mag – zurück. Sowas hat nicht jeder im Keller und wer eine Unze Gehirnschmalz im Kopf hat, lässt die Finger davon.

Auch einen Hinterhof gab es, allerdings ohne Zugang. Den mussten erst wir fachgerecht einbauen. Und dann, als wir alles gesehen hatten, haben wir alles in einen Zustand gebracht, der arglose Reisende davon abhalten sollte, sich dort unwissentlich in Gefahr zu bringen. Die Üblichen Vorsichtsmaßnahmen eben. Eine Warnung am Eingang, je eine Leiche links und rechts davon, wir hatten ja genug Tote vorbereitet…

Und dann zogen wir weiter. Ein paar Reittiere mehr wären wünschenswert gewesen, aber man muss nehmen was man kriegen kann. Doch wir waren noch nicht weit genommen, als wir bemerkten, dass ich durch eine vergiftete Waffe verwundet worden war. Ich konnte nicht einmal sagen wann. Ein Geist muss die Klinge geführt haben, ansonsten wäre der Angriff niemals gelungen.

Ka’ani hat mich dann zurück zum Turm gebracht und sich um mich gekümmert. Ich glaube ja sie mag mich, aber sagt es nicht weiter. Es stand schlecht um mich und ein geringerer Mann wäre wohl gestorben. Und doch war dies nicht der erste misslungene Versuch mich mit vergifteter Klinge auszuschalten. Und als es dann dem mächtigen Magier Iphedimeir gelang das Gift in meinem Körper zu neutralisieren, war ich so gut wie neu.

Während nun noch mehr beunruhigende Nachrichten ans Licht kamen, beispielsweise dass jemand unseren lieben Freund Levardos in den Keller gesperrt hatte, kamen neue Angreifer an. Nur die dunklen Götter wissen woher. Wir kämpften hart. Wir kämpften tapfer. Wir kämpften mit minimalen Kollateralschäden. Und schließlich siegten wir. Doch der gute Levardos starb dabei den Heldentod. Und während wir siegten fand sich Iphedimeir plötzlich umringt von Flammen so schwarz, wie die finsterste Nacht.

Und kaum hatte er diese Bedrohung mit purer Willensstärke und kunstvoll gewirkter Magie niedergezwungen, klopften Reisende an unsere Tür. Nun sind wir keine Unmenschen und so gewährten wir ihnen natürlich unsere Gastfreundschaft. Sie aber benahmen sich vom ersten Moment an, wie die Herren. Und sie schwärmten im ganzen Turm aus, obwohl wir sie eindringlich vor den unzähligen Gefahren gewarnt hatten. Ihr Fehler und sie bezahlten ihren Preis.

Und dann sprach ihr Anführer – ein Mann namens Rusk – davon u’Nob zum Galeerensklaven machen zu wollen. Unten waren seine Handlanger Iphedimeir gegenüber wohl ähnlich höflich, denn plötzlich schrien sie, wie nur Menschen schreien können, die bei lebendigem Leib verbrennen. Aye, einen Magier zu reizen ist selten eine gute Idee. Das war auch für uns das Signal, die Waffen zu ziehen, und Ka’ani hatte den Anführer ebenso schnell besiegt, u’Nob den Stellvertreter so schnell überwältigt, wie ich ein halbes Dutzend aus ihrem niederen Gefolge niedermähen konnte. Der Rest von ihnen – so etwa drei Dutzend – war erleichtert darüber, von diesen Tyrannen befreit worden zu sein, und schwor uns nur zu bereitwillig die Treue.

Wir erlaubten ihnen unseren Turm zu bewachen. Schließlich brauchen auch Männer wie sie eine Aufgabe. Und so sehr wir sie auch überstrahlen mögen – sie sind recht wackere Krieger. Nachdem wir das magische Gemäuer in guten Händen wussten, waren wir bereit endlich aufzubrechen. Und natürlich ließen wir niemanden zurück. Auch nicht das gerettete Mädchen, das unter unseren Söldnern wohl kaum in guter Gesellschaft gewesen wäre. Nob hingegen sorgt sich wie ein Bruder um sie.

Endlich wieder auf der Straße angekommen – diesmal dank der Söldner mit genügend Reittieren, zogen uns unsere Gedanken unweigerlich nach Halakh, zogen mich meine Beine unweigerlich zu euch, meine Schönen. Und nun bin ich hier, erzähle von meinen Abenteuern und koste von den ‚Verbotenen Früchten‘ dieses Gartens.

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Autor: Tom

Apple Jünger. Bibliomant. Blogger. Creative Technologist. Lebenskünstler. Luftschlosserbauer. Träumender Visionär.

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