Dichtung und Wahrheit 2

oder die Abenteuer von Kruun dem Barbaren und seinen Gefährten. Die Anmerkungen und Kommentare stammen diesmal von Ka’ani.

Ah, wenn das nicht mein bardischer Freund aus der „Klimpernden Münze“ ist. Auch auf dem Weg in den Süden? Ja, natürlich kannst Du ein Stück mit uns kommen. Ob ich Malek erwischt habe? Ja, kann man so sagen. Zumindest wenn Du Malek den kurzzeitig erfolgreichen Dieb meinst. Wer meine Freunde sind? Die duftende Ka’ani… Du findest dass ihr ihre Narben besser stehen als mir die meine? Normalerweise würde ich Dir für diese Worte die Zunge herausschneiden, aber wo Du Recht hast…

Dann haben wir hier den großen Tanium und Iphedimeir den Magier. Du glaubst, dass es von neuen Abenteuern zu berichten gibt? Gut erkannt. Also gut… Nein Tanium, Du musst mich nicht vorstellen, mich kennt er doch schon. Außerdem habe ich doch schon gesagt, dass ich nicht Kruun „der Held“ bin. „Der Held“, was soll das denn für ein Beiname sein? Kruun „Teufelsfratze“, weil meine Narbe Furcht in den Herzen meiner Feinde säht. Und jetzt lass mich die Geschichte erzählen.

Kennen gelernt haben wir uns im „Rattennest“. Kein sehr einladender Ort, aber wohl eine der bevorzugten Absteigen Maleks. Zumindest früher, als er noch erfolglos war. Dieser große Kerl mit dem Zopf, der dort als Rauswerfer arbeitet, hat uns alle in den gleichen Alkoven gesteckt. Vielleicht eine glückliche Fügung, wir werden sehen.

Ka’ani: Sollte er das wirklich glauben, bin ich sehr verwundert. Aber gut für mich.

Dort saßen wir nun friedlich bei Bier, Wein, Fleisch und Brei.

Ka’ani: Gelangweilt trifft es eher. Und genervt in meinem Fall. Ich wollte an diesem Tag eigentlich wieder zurück nach Halakh reisen, den erfolreichen Abschluss eines Auftrags vermelden. Und dann kam Malek, diese Ratte. Ich hatte meinen Sold natürlich schon verprasst und jetzt saß ich hier fest, unauffällig wie ein rostiger Nagel in einer Sahnetorte und versuchte möglichst ohne zu viel Wind zu machen Informationen über den Verbleib von Malek und mit ihm meiner Statue zu finden. Leider kaute uns dieser seltsame Typ mit seinen Abenteuergeschichten das Ohr ab, aber ich konnte weder Malek sehen, noch jemanden, der so aussah als wüsste er etwas über ihn, also versuchte ich der fragwürdigen Darbietung etwas abzugewinnen.

Ich war gerade dabei die Geschichte vom Seelenstein zu erzählen, da fing ein Kerl aus der Nische gegenüber an uns zu beleidigen. Iphedimeir meinte, ein Mann so vieler ruhmreicher Taten, wie ich es bin, würde sich so etwas nicht gefallen lassen.

Ka’ani: Was der Trottel natürlich auch gleich tat. Gibt ja auch keine besseren Ideen als sich in dem letzten Loch Malakuts mit schlecht gelaunten Männern eine Schlägerei zu liefern. Immerhin begann der Abend damit interessant zu werden.

„Gut gesprochen, Magier“, sagte ich, stand auf und ging auf den Tisch zu. Dort saßen sie: Der eine gerüstet wie eine Panzerechse und der andere hässlich wie die Nacht finster. Ein versoffener Vagabund in Ketten. Und genau der war es, der so geschimpft hat. Ich hab ihm daraufhin ordentlich auf den Kopf gehauen und sein Aufpasser hat sich für das Verhalten des Gefangenen bei mir entschuldigt. Wir haben einen Becher Wein getrunken – auf seine Kosten – und alles war wieder gut.

Ka’ani: Seltsamer Ausgang. Ich war fast ein bisschen enttäuscht, aber den im Alkoven zusammen gefalteten Azurnen neben mir beim Bearbeiten eines halben Tiers zu beobachten war fast genauso unterhaltsam. Ich hatte mich schon fast damit angefunden, heute erfolglos zu bleiben, als das Gepräch das Kruun begonnen hatte auf Malek und sehr zu meiner Überraschung auf die Statue gekommen war.

Außerdem erfuhr ich von meinem neuen Freund, dass Malek mit den Morden, wegen derer die halbe Stadt verrücktspielte, zu tun haben sollte. Und seine kurze Glückssträhne hatte ihn wohl auch schon wieder verlassen. Er hatte noch etwas gestohlen. Etwas von dem er lieber die Finger gelassen hätte. Was es war? Du musst nicht alles wissen. Nein, auch nicht für einen Becher Wein in der nächsten Schenke. Diese Tage sind gezählt.

Ka’ani: Nichts Geringeres als eine Statue des Totengottes, verwendet von seinen Druiden, die sich anscheinend in Malakut festgefressen hatten. Eine Statue, die jedem, der sie besitzt den Tod bringt. Und ich hatte sie als Beweis der Wertschätzung von der Sprecherin der Diebesgilde von Malakut erhalten, um sie zu meiner Herrin zu bringen. Ich habe mir große Mühe gegeben, nicht zu sehr auszurasten, dieser Versuch endete darin, dass ich meinen Tischnachbarn meine halbe Lebensgeschichte erzählte. Gut, die unwichtige Hälfte, aber trotzdem…

Das Gespräch hatte auch meine Freunde hier interessiert und ich hatte neue Informationen erhalten. Frag nicht so viel, ich erzähle was Du wissen sollst und keine Silbe mehr. Um mehr herauszubekommen, sollten wir uns am Platz der dunklen Vergnügungen mit jemanden treffen. Das wollten wir auch tun. Außerhalb der Taverne lauerte dichter Nebel auf uns. Warum der Nebel lauerte? Hör einfach zu.

Es war kein natürlicher Nebel. Er folgte uns. Leute wie wir merken so etwas. Also hat unser Freund hier, der Magier, zu einem Zauber gegriffen. Tanium mochte das nicht besonders. Scheint kein großer Freund von Hexerei zu sein. Ich kann ihn verstehen. Doch in diesem Fall war sie nützlich. Der Nebel wand sich wie ein verwundetes Biest. Aber er blieb uns nun fern. Eine Weile zumindest.

Die Straßen der Stadt waren gespenstisch leer gewesen doch auf dem Platz der dunklen Vergnügungen saß ein Mann am Brunnen. Er reagierte nicht auf uns, also fasste ich ihm an die Schulter. Er kippte zur Seite. Tot. Und schon erklangen die Rufe als habe jemand nur darauf gewartet: „Mörder! Da sind sie!“

Wir sind gerannt

Ka’ani: Buchstäblich hinterher schleifen musste man sie. Stadtmenschen… langsam in den Beinen und langsam im Kopf.

und Tanium war klug genug den toten Mann mitzunehmen. In einer Gasse versuchten uns Männer in Schwarz mit Dolchen aufzuhalten. Ein weiterer Zauber und es waren Männer ohne Dolche. Einen streckte meine Klinge zu Boden, die anderen ergriffen die Flucht. Wir hatten dringlichere Probleme.

In einem verlassenen Haus fanden wir Zuflucht. Höchste Zeit, denn der Nebel war uns bereits wieder auf den Fersen. Druidisches Zauberwerk. Hier hatte ich endlich Zeit den Toten zu betrachten. Ich war nicht wenig überrascht darüber, dass die Beschreibung Maleks auf ihn zutraf. Und er hatte einen Beutel meiner Steine dabei. Doch ich bin kein geiziger Mann und Teile mit Freunden. Nein, so gute Freunde sind wir beide auch wieder nicht, Barde.

Ka’ani war beunruhigt.

Ka’ani: So kann man es auch nennen. Außer mir. Die Diebesgilde wollte uns tot sehen und ich war direkt in ein Nest von Druiden des Todesgottes gerannt. Oder Hadron, dem Herren der Dunklen Götter, da waren wir uns nicht sicher. Auf jeden Fall war mir bewusst, dass ich in Gefahr war. Ich versuchte, mich zu beruhigen, eine Verbindung zu Tharungozoth herzustellen, erfolglos. Ich hatte das nicht tun wollen, aber ich wusste, dass ich diesen Druiden nicht in die Hände fallen durfte. Druiden sind schreckliche Menschen, noch einmal hätte ich das nicht ertragen.
Und dieser Magier hörte nicht auf, mir komische Fragen zu stellen, nur eine Frage der Zeit und er würde mir auf die Schliche kommen. Es war also allerhöchste Zeit, zu verschwinden. Ich hatte die Hoffnung, die Stadt zu verlassen würde uns aus der Gefahrenzone bringen, doch erst einmal mussten wir die Nacht überleben.

Sie wollte weiter. Schon kratzte es an der Tür. Doch diesmal war es jemand aus Fleisch und Blut. Tanium griff durchs Fenster und holte ihn zu uns ins Gebäude. Wir unterhielten uns nett mit ihm und bekamen Antworten. Nicht viele, aber zumindest einen Namen. Er sollte uns zu ihm führen. Doch draußen lauerten einige seiner Kumpane. Sie schossen auf uns, wir auf sie, unser Blauer Freund riss ein ganzes Gebäude ein, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Unser Führer war tot, seine Kumpane folgten. Der Name musste für den Moment reichen und wir suchten uns erst einmal eine sichere Bleibe für die restliche Nacht.

Der nächste Tag kam, wir verabredeten uns mit dem Mann, dessen Namen wir kannten. Welcher Name? Du stellst die falschen Fragen, mein Freund. Wir trafen ihn, wir bezahlten gut, er nannte uns einen weiteren Namen und wir trafen auch jenen Mann. Ihm waren wir im Weg. Doch einen von uns brauchte er für seine Zwecke. Nein, frag nicht.

Ka’ani: Ihr könnt ja mal raten.

Erst tat er als wisse er von nichts. Etwas Schmerz half. Dazu seine faulen Zauber gegen uns einzusetzen, kam er nicht. Wir besiegten ihn unter großen Opfern.

Ka’ani: Ich denke nicht, dass meinen Mitreisenden bewusst ist, wie große Opfer. Das erste Mal seit vielen Jahren habe ich die in mich geschnittene und gebrannte Macht wieder benutzt. Mir wird immer noch schlecht, wenn ich an Tharungozoths fauligen Atem denke und das irre Lachen in meinem Kopf. Ich hatte gedacht, das hinter mir zu haben. Nur nie wieder diese Macht benutzen zu müssen, dann könnte er mich nicht sehen. Das ist jetzt vorbei.

Wir zerschlugen seinen faulen Tempel eines falschen Gottes. Doch noch mit seinem letzten Atemzug, setzte er das Stadtviertel in Brand. Ob wir selbst etwas mit dem Feuer zu tun haben könnten? Eine abwegige Idee. Wir sind aufrechte Männer. Ja, und eine aufrechte Frau. Danke, dass Du mich daran erinnerst.

Was wir jetzt machen? Wir reisen nach Süden. Na, um alte Bekannte zu treffen. Um einen Bericht abzuliefern. Vielleicht um eine Belohnung zu kassieren. Etwas in der Art eben oder vielleicht auch von allem etwas. Wen wir treffen? Du fragst zu viel. Eine schlechte Angewohnheit. Bisweilen eine ungesunde Angewohnheit…

Ka’ani: Ich kann immer noch nicht glauben, dass sich unsere Wege nach Verkünden meiner Pläne nicht getrennt haben. Es ist Selbstmord. Für mich der beste, weil einzige Ausweg. Für die anderen vermutlich nicht.

Dichtung und Wahrheit

Viel zu spät nun der Bericht der letzten Spielrunde auf dem Münchner Rollenspieltreffen. Wahrscheinlich hab ich auch das ein oder andere nicht mehr in Erinnerung. Der Spieler von Kruun, aus dessen Sicht der Bericht geschrieben ist, hat ihn ziemlich zeitnah erstellt, mir kam leider einiges dazwischen.

Du willst eine Geschichte hören? Ich sehe so aus, als hätte ich viel erlebt? Du hast gute Augen, Barde. Mein Name ist übrigens Kruun, manche nennen mich Teufelsfratze, wegen meiner Narbe, die Furcht in den Herzen meiner Feinde säht. Nicht dass ihr diese Geschichte am Ende irgendwem anders andichtet.

Die Ereignisse, von denen ich jetzt berichte, nahmen ihren Anfang in Shamballah. Tor zum Dschungel, die Stadt am Rande des Leeren Landes. Ich sage es ist ein verdammtes Kaff. Gerade einmal im Kern gibt es ein paar Gebäude aus Stein und auch sie sind errichtet aus den Überresten einer älteren Stadt. Der Rest sind Hütten aus Holz oder aus Dreck, ja Dreck. Sie sehen aus wie große seltsam geformte Haufen Scheiße.

Nun Shamballah ist einer der neun Stadtstaaten auf Lemuria und die letzte Stadt vor den Leeren Landen. Gleichsam ein Bollwerk gegen die Gefahren aus dem Westen und Norden. Ein Großteil des Stadtzentrums und des Palastgebietes ist aus den steinernen Überresten einer zerstörten Stadt im Dschungel, einige Meilen entfernt, erbaut. Der Rest Shamballahs besteht vor allem aus einfachen Hütten, teilweise auf Stelzen aus Holz und gebackenem Schlamm.

Ich war gerade dabei mein letztes Gold in einer Spelunke zu versaufen, als ich auf ein paar Leute traf, die ein ähnliches Schicksal ereilt hatte. Als erstes ist mir natürlich Sharangara aus Oomis aufgefallen. Eine schöne Frau sage ich Dir, also setzte ich mir zu ihr. Und es war kaum zu übersehen, dass es auch ich ihr angetan hatte. Weitere Kerle scharten sich um sie wie die Schmeißfliegen um… Naja, Du weißt schon. Aber wir ließen uns von ihnen nicht groß stören und nur die brauchbaren durften bleiben.

Tja nun Sharangara liess sich von Kruun aushalten und Wein spendieren, mehr war da nicht. Allenfalls in der Fantasie unseres Barbaren.

Pellem Pharn, der sich als Gladiator einen Namen machte, war einer davon und Jander der Jäger, der die Gegend kannte wie kein Zweiter, ein anderer. Doch ich sage Dir, sobald er unter Menschen das Maul aufmachte – was zum Glück selten vorkam – wurde er zum Problem. Schließlich kam noch Varna, die Du vielleicht auch als Gladiatorin kennst, dazu und unsere Gruppe war komplett. Naja, damit und mit dem Kroak, den unsere neue Freundin mitbrachte.

Jander war nicht so schlimm, wie von Kruun dargestellt. Er hatte einfach nur eine direkt Art zu sprechen. Etwas gebildetere Menschen stösst sowas natürlich negativ auf. Pellem und Varna waren zu diesem Zeitpunkt noch unauffällig.

Uns fünf und die große Eidechse juckte es in den Fingern beziehungsweise Klauen mal wieder etwas Gutes für die Welt zu tun und uns nebenbei vielleicht ein paar Münzen zu verdienen. Was man halt so zum Leben braucht. Zum Glück hörten wir von einem bösen Orden von Dämonenbeschwörern, der, wie es der Zufall so wollte, einen recht wertvollen Stein hütete. Wir hatten gehört, dass sie Probleme mit Leuten aus Takits Biege, einem noch viel schlimmeren Kaff als Shamballah, hatten. Also sind wir dorthin aufgebrochen um weitere Informationen zu Sammeln. Gute Vorbereitung ist das halbe Leben, wie ich immer sage.

In der Tat ging das Gerücht in Shamballahs Kneipen um, das weit im Osten in den weißen Bergen einige Dämonenbeschwörer ihr Unwesen trieben und ihrer dunklen Gottheit Menschenopfer darbringen würden. Aber es war eher die Aussicht auf unermesslichen Reichtum, denn das Verlagen mal wieder gutes zu tun. Takits Biege ist ein kleiner Handelsposten einige Tage flussaufwärts von Shamballah. Der Gründer Takit selbst starb bereits im ersten Jahr der Gründung an Sumpffieber. Heute ist Takits Biege eher ein Treffpunkt für Glücksritter und Schmuggler. Der ganze Handelsposten ist von einer Palisade umgehen, die nicht sonderlich gut in Schuss ist. Varna ritt mit ihrem Kroak daher einfach Teile davon um.

Als erstes Sprachen wir dort mit Phyros, einem Wirt und unverschämten Wucherer. Für ein paar Informationen wollte er doch tatsächlich die Hälfte der Beute. Wir konnten ihn schließlich auf einen zwanzigsten Teil des Gewinns – den Seelenstein natürlich ausgenommen – herunterhandeln. Da er uns aber irgendwie leid tat – er war ein bedauernswerter Krüppel – entschieden wir insgeheim ihm den zehnten Teil zu überlassen.

Phyros ist tatsächlich Wirt, Kaufmann und Zauberer. Letzteres behaupten jedenfalls die Einwohner. Die Preise sind nur deshalb so hoch, weil alles von Shamballah hergebracht werden muss. Entweder über den Fluss oder den Landweg. Beides ist sehr beschwerlich. Den Beinamen die Schlange bekam Phyros dadurch das er sich wie selbige über den Boden zieht. Er ist nämlich vom Oberkörper ab gelähmt. Durch geschicktes vorgehen hätte man noch weitaus mehr von ihm über die Dämonenbeschwörer und den Seelenstein erfahren können. Oder den Tipp mal die weise Frau zu besuchen, die in der Nähe von Takits Biege lebt. Nur die Diplomatie war nicht so das Spezialgebiet unserer Helden.

Für die Informationen die sie von ihm erhielten forderte er 50% des Schatzes. Nach längerem taktieren einiges man sich auf 25% und per Handschlag wurde dies von Sharangara besiegelt. Durch einen Versprecher des Spielers einigte man sich dann auf ein Drittel. Der Rest der Gruppe war not amused kann man sagen.

Von Pyros erfuhren wir außerdem, dass noch jemand hinter dem Stein her war. Ein Barbar von dem einige von uns schon gehört hatten. Irgendwas mit T am Anfang. Nein, nicht Thongor, weniger bekannt. Ich komm gerade nicht drauf. Danach ging es weiter zu Kariim, dem wichtigsten Mann im Ort. Wir wollten ihm Hilfe gegen die Dämonenbeschwörer anbieten, doch Menschenfresser schienen für ihn eine viel akutere Sorge zu sein. Also versprachen wir auch dabei zu helfen, weil wir ja ohnehin schon unterwegs waren.

Kariim wollte sowohl als auch Hilfe haben bzw. gebrauchen können. Und auch hier wurde es verpasst mehr über die Eingeborenen oder die Dämonenbeschwörer in Erfahrung zu bringen.

Unser Weg führte durch dichten Dschungel, doch Varnas Kroak bahnte uns den Weg und die kleineren Gefahren wie Mücken, die einen auszusaugen drohen, oder Schlingpflanzen, die einen Nachts erwürgen, konnten gewieften Abenteurern wie uns nichts anhaben. Wie man sich im Urwald vor Mücken schützt? Mit ganz normalem Dreck, eine gute alte Schlammkruste, das weiß doch nun wirklich jedes Kind.

Ja das mussten sie auf die harte Tour erfahren. Jander war einfach der Meinung das jeder weiss, wie man sich im Dschungel zu bewegen hat, vor Mücken schützt etc.

Der Kampf mit einem Deodarg war da schon etwas aufregender. Du weißt schon, diese riesigen Drachenkatzen der Zaubererkönige, von denen es heißt sie seien nicht tot zu bekommen. Vielleicht stimmt das ja sogar, denn selbst wir konnten das Vieh nur in die Flucht schlagen nachdem es Pellem schon ein wenig zugerichtet hatte. Doch als ich ihm das Schwert bis zum Heft in den gierigen Rachen trieb, hat sich das Vieh ins Dickicht zurückgezogen. Sicher, wenn ich es Dir doch sage.

Der Deodarg hat kaum Schaden angerichtet, ist aber auch gut gepanzert und hat alle lebenswichtigen Organe doppelt. Und bis auf Pellem waren alle nicht gerade vom Glück verfolgt und fügten der Raubkatze keinen ernsthaften Schaden zu. Irgendwann hat diese dann von den wehrhaften Opfern abgelassen und sich leichtere Beute gesucht.

Nach ein paar Tagen im Urwald kamen wir dann endlich auf eine grasbewachsene Ebene. Und dort zeigten sich dann die Menschenfresser. Und ich sage Dir, das war ein Fehler von ihnen. Binnen kürzester Zeit hatten wir sie auf die Hälfte reduziert. War nicht schwer bei den kleinen Kerlchen, die kaum über die Grashalme sahen. Links und rechts von Varna sind die Köpfe nur so geflogen und ihr Reittier musste sie nur noch aus der Luft pflücken. Ich denke aber, dass die meisten der kleinen Männer ich erledigt haben dürfte. Ganz heimlich, still und leise.

Ganz heimlich still und leise hat Kruun mehr das Gras um sich herum gemäht, als einen der Menschenfresser zu töten. Den Großteil haben Varna und Pellem erledigt. Aber es war ein Gemetzel und Gras und Boden färbten sich rot.

Dann kam ihnen ihr Schamane zur Hilfe und nachdem wir alle mal draufgehauen hatten gab ihm ein Pfeil aus Sharangaras Bogen den Rest. Danach flohen die Menschenfresser und wir waren gnädig genug sie mit dem Leben davonkommen zu lassen.

Der Schamane war keine leichte Nuss zu knacken und die Helden zogen es dann doch lieber vor, weiter zu reisen als den Stamm komplett auszurotten.

Und schon ging es weiter und wir erreichten schließlich das Ziel unserer Reise. Jetzt kann ich es ja sagen, denn es gibt dort nichts mehr zu holen. Es waren die weißen Berge. Den unterirdischen Tempel zu finden war erstaunlich schwer, gelang uns aber schließlich. Und obwohl die schändlichen Druiden erbitterte Gegenwehr lieferten, kämpften wir uns immer tiefer in den Berg vor.

Aus Sicht des Schreibers muss ich sagen, von Druiden war weit und breit keine Spur zu entdecken. Aber vielleicht sah ich zu diesem Zeitpunkt einfach in eine andere Richtung.

Unterwegs nahm sich Pellem Pharn sogar noch die Zeit einen eingetrockneten Leichnam, auf dem irgendein Zauber lastete, mit einem Ritual, das in der Vergessenen Stadt aus uralter Zeit überliefert ist, zu erlösen.

Auch daran kann ich mich nicht erinnern. Ich weiss aber das im Eingangsbereich des Tempels einige tote Wächter lagen. Die waren schon tot, als die Gruppe ankam.

Während des hitzigen Kampfes gegen den Erzdruiden griff sich Varna einen Speer, den die Beschwörer aus irgendeinem entlegenen Winkel der Welt hergeschleppt haben mussten, und war nicht wenig überrascht, als sie nicht nur den Magier sondern auch noch die Wand dahinter durchbohrte. Drei von uns waren notwendig um die Waffe wieder aus dem Fels zu lösen und natürlich haben wir ein solches Schmuckstück nicht liegengelassen. Genauso wenig wie die Edelsteine, die wir in den Truhen vorfanden.

Okay eigentlich fanden sie den Dämonenbeschwörer bereits mit dem Speer an die Wand genagelt, aber es stimmt, zu dritt mussten sie den Speer aus der Wand und dem Körper des Toten lösen.

Als wir schließlich die tiefste Kammer erreichten – alle menschlichen Wächter hatten wir inzwischen überwunden – war uns schnell klar, dass uns der schwerste Kampf noch bevorstand. Denn der Geist des Barbaren, der vor uns aufgebrochen war, stand über seinem toten Körper um ihn zu bewachen und uns zu warnen. Auf seine Bitte hin ergriff ich seine Axt, um seinen Tod mit seiner eigenen Waffe zu rächen.

Immerhin gab es keine Gegner mehr zu überwinden, denn die waren schon alle tot.

Und dann erwachte auch schon der Wächterdämon. Ein seltsam verdrehtes Wesen voller Boshaftigkeit. Doch der Speer, den Varna erbeutet hatte, riss ihm eine schreckliche Wunde. Die von mir geführte Axt, vom Geist des toten Kriegers beseelt, eine weitere. Ein Schlag von Pallems mächtigen Streitkolben gab der Spukgestalt dann endgültig den Rest. Nun lag nur noch ein finsteres brodelndes Gewässer zwischen uns und dem Seelenstein, der Sharangara ziemliches Unbehagen bereitete.

Zum großen erstaunen hatten sie den Dämon wirklich in zwei Schlägen getötet. Varna verwundete ihn mit dem Speer und dank eines legendären Erfolges von Pellem war es aus für den Endgegner. Aber so ist das Leben. Ich bin kein Freund von „mach den Endgegner stärker, wenn er zu schwach für die Gruppe ist“. Das war wirklich etwas worauf sie stolz sein konnten. Nur Kruun hat wie immer nicht getroffen.

Keiner meiner Gefährten wollte sich auf den schmalen Sims wagen, der unserer einziger Weg war an das Artefakt zu kommen. Also lag es mir. Und was soll ich sagen? Es war nicht leicht doch ich bin ein geschickter Mann. Ich schnappte mir den Schatz und brachte mich anschließend in Sicherheit. Auch den toten Barbaren nahmen mir mit um ihm außerhalb des unheiligen Tempels ein anständiges Begräbnis zukommen zu lassen. Ich gab ihm seine gute Streitaxt mit auf seinen letzten Weg, denn er hätte es sicher so gewollt.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen au0er das es wenig risikobehaftet auf dem schmalen Sims zu balancieren und den Seelenstein aus den Loch in der Wand zu nehmen. Man hätte in den 50cm tiefen Teich fallen können.

Danach machten wir uns auf den Rückweg und nahmen im Kannibalendorf noch schnell einen Gefangenen und waren schon wieder verschwunden, ehe sie uns überhaupt bemerkten. Kariim hatte uns um diesen Gefallen gebeten. Zurück in Takits Biege bezahlten wir den Wirt aus wie wir es versprochen hatten. Und weil wir ja Mitleid hatten legten wir nochmal so viel drauf.

Das Kannibalendorf zu finden war nicht schwer und durch einen glücklichen Zufall gelang es ihnen auch einen Wächter in Gefangenschaft zu nehmen, ohne das die anderen etwas bemerkt hätten.

Und es war sicher kein Mitleid das sie bei Phyros noch was draufgelegt haben, eher wieder harte Verhandlungen.

Kariim ließ es sich nicht nehmen uns seine Dankbarkeit mit goldener Münze zu beweisen. Wir hatten keinen Grund abzulehnen und so machten wir uns als reiche Männer zurück auf den Weg nach Shamballah um zu feiern, wie wir es uns verdient haben. Und wäre ich nicht auf schändlichste Weise um meinen Reichtum gebracht worden, würde ich immer noch feiern. Allerdings nicht mehr in der Stadt am Dschungel, denn wie ich bereits sagte ist das eigentlich nur ein großes Kaff aus Scheiße.

Dank dem erbeuteten Seelenstein ist Kariim nun in der Lage selbst mächtige und verdorbene Magie auszuüben. Aber dies ist eine andere Geschichte und eine Aufgabe für andere Helden.

Tja leider wurde Kruun tatsächlich um seinen Reichtum erleichtert. Von einem bis dahin ziemlich erfolglosen Dieb. Zuvor verbrauchte er aber einen Teil seiner Beute mit der teuersten Hure der Stadt und zwei Sklavinnen. Oh welch Schande und Schmach für unseren edlen Barbaren.

Da fällt mir etwas ein: Du bist Doch ein Mann, der Geschichten liebt. Hast Du schon mal von Malek den (einstmals) erfolglosen Dieb gehört? Mir ist zu Ohren gekommen er wäre in diese Stadt zurückgekehrt um endlich in die Gilde aufgenommen zu werden, wie er es sich lange schon wünscht.

Deutsche BoL Gruppe bei Facebook

Es tut sich was, auch auf Facebook. Inzwischen wurde dort eine deutschsprachige Barbarians of Lemuria Gruppe ins Leben gerufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Paper & Pen Gruppen auf Facebook tut sich in dieser Gruppe wenigstens was. Neben begeisterten Fans sind u. a. auch einige der Mitarbeiter involviert.

Hier geht es zur deutschen BoL Gruppe bei Facebook.